Turritopsis dohrnii

 

ein choreografisch-gesellschaftlicher Diskurs

 

 

Marion und Ziv sind in einer besonderen Situation. Sie haben einst als TänzerInnen des deutschen Tanztheaters die Kunstwelt geprägt. Sie waren die Avantgarde. Heute hat sich das Tanztheater gewandelt und auch sie haben sich verändert: Sie sind alt geworden.

In Turritopsis dohrnii sind sie eine Parabel für ein gesamtgesellschaftliches Problem. Warum zählt heute überhaupt nichts anderes mehr als jung und hip zu sein? Es gibt viele Berufe, die nicht bis zur Rente ausgeübt werden können. Dann fällt man durch das System. Wie gehen die, die es betrifft damit um und wie geht die Gesellschaft damit um?

 

 

Premiere: 8. Februar 2020

etage°
Herdentorsteinweg 37
28195 Bremen

 

Konzept und Choreografie: Tim Gerhards

Von und mit: Marion Amschwand, Ziv Frenkel

 

 

Turritopsis Dohrnii ist eine Quallenart, welche die Fähigkeit besitzt, ihren Lebenszyklus umzudrehen und sich quasi zu verjüngen. Sie ist das einzige Tier, das das kann. Haben auch wir Menschen das Bedürfnis, uns jünger und leistungsfähiger zu machen? Manche versuchen permanent, sich jünger zu machen, andere werden gerne alt. Wer lässt sich in die Zwänge der Leistungsgesellschaft hineinziehen und wer profitiert von Erfahrungen jahrzehntelanger Arbeit? Und wer kann sich das eigentlich aussuchen?

Marion und Ziv betreiben eine performative Studie über das Altwerden. Sie reflektieren sie Vergangenes und Gegenwärtiges. Sie bringen die Gegenwart in die Vergangenheit und ihre Jugend ins heute.